Shishacafés in Zeiten des Nichtraucherschutzgesetzes
Shisha rauchen - das gehört für viele Jugendliche und auch Erwachsene zu einem allabendlichen Ritual. Doch das Nichtraucherschutzgesetz scheidet die Geister und Kneipenwirte bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Erfindungsreichtum.
In einer kleinen Seitenstraße im Kölner Stadtteil Nippes besteht seit ungefähr einem Jahr der Shisha-Club Amouk, entstanden aus der räumlichen Nähe zum Shisha Shop "Malagur". Die Geschäftsführerin Frau Emmerling bezeichnet ihr Unternehmen als eine Mischung aus Gastronomie und Chill-Out-Lounge. Einerseits werden dem Kunden orientalische Sitzpolster und exotische Cocktails in Verbindung mit arabischen Rundtischen im Nussbaum-Look geboten, andererseits gibt es für diejenigen, die lieber aufrecht sitzen und zur deutschen Hausmannskost greifen, einen Nebenraum, den sogenannten Nichtraucherraum.
"Das hätten wir auch nicht gedacht, dass wir in unserem Shishaclub hier jemals einen Nichtraucherraum bräuchten. Doch das Gesetz geht vor und wir sind dagegen machtlos", sagt Frau Emmerling, die gerade an einer der zahlreichen Marmorablagen lehnt und die erledigten Bestellungen abhakt. Da meldet sich ein Koch aus dem kleinen Raum nebenan zu Wort: "Ich selbst bin starker Raucher und finde es einfach nur diskriminierend, dass man als Raucher in einen Raum zugeteilt wird. Wenn ich also ein Schnitzel mit Bratkartoffeln essen will, muss ich in den Nichtrraucherraum und wenn ich dann zur Zigarette greifen will, so muss ich erst wieder durch die Ausweiskontrolle in den orientalischen Hauptteil der Kneipe. Ich finde das äußerst lästig." Auch der Umsatz der Wirtin ist seit dem Nichtraucherschutzgesetz stark gefallen, da Raucher sich allgemein entmündigt fühlen und unsicher sind, ob sie in verschiedenen Kneipen rauchen dürfen. Also bleiben sie lieber daheim, oder gehen in ihren Stammclub, in dem geraucht werden darf und für den sie die Mitgliedsbescheinigung haben.
Shisha Kneipen Übersicht.
Shishawirte klagen
Frau Emmerling zog aber bereits Erfahrung aus der erlebten Umsatzeinbuße und wurde erfinderisch: Am Leuchtbanner, der sich über der Kneipe befindet, sieht man nun zwei neongelbe Schilder prangern. Auf dem einen ist das durchgestrichene Zigarettensymbol zu sehen, auf dem anderen eine eingerahmte Zigarette. Beides ist getrennt durch einen roten Blitz. "Na, wenn das nicht wirkt", lacht Frau Emmerling. Ausserdem soll ein neues Rahmenprogramm für Kundengewinn sorgen. Ein eigens aus dem Land der Datteln und Palmen eingeflogener Tabakspezialist stellt vor den Augen der Kunden feinste Shishatabak-Sorten her und lässt diese Tabakspezialitäten später von Neugierigen rauchen. Zu seinen Meisterstücken gehört frischer Apfeltabak und feinster Kokostabak.
